Gestrandet

Ein Schiff. Umwogen von Gestrüpp. Verwelkte Rosen und ein Sperber.

Flaschen. Viele Flaschen. Leere und volle. Und das Licht – viel zu hell.

Eine einsame Kerze brennt noch. Das Schachfeld – längst zerstört.

Und der Mann – wer ist er? Ein Seemann? Ein Träumer? Ein Denker?

Ein Gestrandeter.

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Das Fremde in meiner Umgebung

Auf der Suche nach einer passenden Fotoprojektidee zum Thema „das Fremde in meiner Umgebung“ beschäftigte ich mich zunächst mit der Begriffsbedeutung. Das „Fremde“ ist ein wirklich schwieriges Feld. Ist fremd mit unbekannt gleichzusetzen? Ist das Fremde negativ belastet oder Interesse weckend? Soll und kann das Fremde für mich sichtbar werden? Ist es möglich, dass es zu dem Bekannten wird? Kann ich es mir zu Eigen machen - es in meine Welt und Identität aufnehmen? Das alles sind Fragen, die sich nicht so einfach beantworten lassen. Für mich aber steht fest, dass ich diese fotografische Auseinandersetzung nutzen möchte, um das große Universum des Unbekannten in meiner Umgebung ein kleines bisschen zu reduzieren. Ich möchte also das mir jetzt noch Unbekannte zu eigen machen, es durchdringen, verstehen und es zu dem mir Vertrauten machen. Meine Familie lebte seit mehr als hundert Jahren in dem Haus, in dem ich aufgewachsen bin. Sie hat dieses Haus gebaut, den Garten angelegt und somit meine Umgebung erschaffen und gestaltet. Meine Kindheit, mein Leben und meine Identität wurden so geprägt. Nicht nur das alte Gemäuer und der Baumbestand zeugen von dem Wirken und Leben meiner Ahnen. Ihre Möbel, der Hausrat und selbst die Betten stellen auch heute noch den größten Teil meiner Umgebung dar. In der Diele finden sich Werkzeuge des früheren bäuerlichen Lebens, sowie Pferdegeschirr, Melkmaschine, Kutsche und alte Fahrräder. Auf dem Heuboden finden sich immer noch Reste von Heu- und Getreideernten. Im Keller stehen alte z. T. noch volle Einweckgläser, Küchenrat und Butterfässer. Aber auch die Schränke und Truhen lassen tiefe Blicke in die Geschichte meiner Vorfahren zu. So finden sich hier Briefe, Fotos, Wertpapiere aber auch banale Dinge wie Einkaufszettel wieder. In einigen Schränken sind noch alte Kleider und Handarbeiten zu finden. Diese haben ihren ganz eigenen Geruch. Für mich ist er vertraut, aber zugleich ganz fremd. Er ist der meiner Urgroßeltern und nicht mein eigener. So habe ich viele Jahre in dieser Umgebung gelebt. Einige Geräte wie Mistforken, Geschirr und Möbel habe ich täglich genutzt und mir zu eigen gemacht. An anderen bin ich nur vorbeigelaufen oder habe sie hin und wieder mal aus Interesse angeschaut, wie zum Beispiel Schriftstücke, Bilder und Kleidung. All dies hat mein Leben und meine Persönlichkeit geprägt und geformt und ist doch irgendwie unbekannt und weit weg von unserer Gesellschaft. Nun möchte ich durch eine fotografische Auseinandersetzung all dem ein bisschen näher kommen. Ich möchte also dieses unbekannte Leben meiner Vorfahren, welches meine unmittelbare Umgebung und damit auch Leben prägte, beleuchten. Hierzu würde ich gerne, anhand von den eben genannten Fundstücken, einen Blick in das Leben dieser Menschen und somit ihrer Geschichte wagen. Die Idee ist es also historische Porträts meiner Familie (Mutter, Schwester, Mir) in der Kleidung, Umgebung und Tätigkeit meiner Ahnen zu machen. Hierzu sollen alte Bilder und Briefe als Vorlage dienen. Gerne würde ich diese bei der abschließenden Präsentation mit einbeziehen. Ich möchte also, dass die Fotos von mir, meiner Familie, unserer Geschichte und Kultur handeln. Sie sollen den Alltag, die Wünsche und Hoffnungen, das Leid und die Angst thematisieren. Die Hintergründe meiner Sozialisierung sollen sie beleuchten und Erinnerungen erwecken. Die technische Umsetzung soll durch eine „Camera Opscura“ erfolgen, da sie dem technischen Mittel der damaligen Zeit am Nächsten kommt. Bei meiner Recherche stellte ich fest, dass die Bilder nicht von einem normalen Fotolabor entwickelt werden können. Schließlich entwickeln diese nur Filme. Da ich aber keine Möglichkeit sah die Fotos selbst zu entwickeln, musste ich mir etwas anderes überlegen. Ich baute also meine digitale Spiegelreflexkamera zu einer „Camera Obscura“ um. Hierzu entfernte ich das Objektiv und befestigte stattdessen eine Pappe mit einem kleinen Loch an die Kamera. So war es mir außerdem möglich die Ergebnisse sofort anzusehen. Nun begann ich meine Familie zu porträtieren. Ich nahm mir alte Bilder meiner Vorfahren zum Vorbild. Ließ die Porträtierten die Körperhaltung und Gestik einnehmen. Sie sind gekleidet in den alten Kleidern, Mänteln und Kitteln. Sie führen Gegenstände wie ein altes Buch, eine Forke oder einen Gehstock mit sich. Auch ist der Bildaufbau und Inhalt der Bilder, sehr stark an ihre historischen Vorbilder angelehnt. So habe ich das Bild mit dem Mädchen komplett nachgestellt. Die Handhaltung meiner Mutter stimmt im Bild mit der meiner Urgroßoma überein. Auch das Geschirr des Pferdes ist eines meiner Familie. Für den Hintergrund wählte ich den alten Garten, das Haus und die historischen Möbel, sowie den alten Porsche Traktor. Bei der Aufnahme der Fotos kam es zu sehr interessanten Verfälschungen der Wirklichkeit. So führte das helle Tageslicht zu einer „Dunstwolke“ auf den Bildern. Die Dunkelheit des Hauses und der Diele hingegen setzten eine wirklich lange Belichtung voraus. So bekamen die Bilder eine ganz eigene Lichtatmosphäre. Die hellen Punkte der Fotos reflektieren sehr stark und schaffen damit so etwas wie eine Aura. Die Bilder sind nicht scharf und zeigen oft Bewegung. Der Pferdekopf und meine Hand sind verwischt. Da sich das Pferd nicht davon überzeugen ließ für längere Zeit stillzuhalten. Auch ist auf manchen Aufnahmen Dreck zu erkennen. Durch all diese kleinen Dinge gewinnen die Bilder an Authentizität. Sie wirken wie aus einer anderen Zeit. Um diesen Effekt zu verstärken habe ich die Bilder mit „Kaffeeprüt“ (Kaffeesatz) bearbeitet. Die Fotos werden mit Originalen aus verschiedenen Epochen der Vergangenheit präsentiert. Diese sind sehr klein. Sie sollen den Bertachter heran treten lassen. Es soll sich aktiv auf die Bilder einlassen und sich sein eigenes Bild machen. Vielleicht kennt er ähnliche Aufnahmen aus seiner Familie. Vielleicht weckt es in ihm Erinnerungen. Die Blicke der Protagonisten sind auf ihn gerichtet. Somit laden diese den Betrachter ein und öffnen sich ihm gegenüber. Zugleich schauen die Porträtierten ins Innere des Betrachters. Er muss sich dem was er sieht gegenüber positionieren. Will er sich auf die fremde Welt einlassen oder nicht. Hält er Inne und lässt sich von dem Sog der Geschichte mitreißen oder geht er vorüber? Die Fotos laden in die privat persönlich bäuerliche Welt meiner Vorfahren und deren Alltag ein. Lassen kurze Blicke in die öffentliche und private Geschichte meiner Familie zu. Der Betrachter kann mich und meine Familie auf unserer kleinen Reise durch die Zeit begleiten. Die Möglichkeit Zeitzeuge zu werden wird ihm eröffnet. Er erhält ganz persönliche Einblicke. Trotzdem kann er das was er sieht nicht Volkommen durchdringen. Vieles bleibt ihm ein Rätsel, ein Geheimnis. Die Bilder werden in einem alten Rahmen gezeigt. Den Hintergrund bilden Schriftstücke meiner Vorfahren. Hierbei handelt es sich um Ausweise, Feldpost aus dem ersten und zweiten Weltkrieg, einer Familienbibel, der Höfe-Rolle und einem Gesellenbrief. Sie zeigen einen Querschnitt durch die Familiengeschichte mit ihren Höhen und Tiefen. Durch diese Auseinandersetzung habe ich tiefe und interessante Einblicke in meine Familiengeschichte und somit in den generellen Lebensalltag vergangener Zeiten bekommen. Mir wurde es möglich das vorher zwar vertraute, aber dennoch Unbekannte zu durchdringen. Nun ist mein Umfeld noch mehr zu dem Meinen geworden. Zugleich zog diese intensive Auseinandersetzung immer mehr aufkommende Fragen mit sich. Diese Fragen konnten zum Teil von meiner Mutter, meinen Großeltern und dem Großonkel geklärt werden. Viele aber, sind noch ungeklärt. So steht am Ende dieser Arbeit ein großes Rätsel, dessen Lösung ich vielleicht irgendwann begreifen werde.

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Auf der Suche nach einer passenden Fotoprojektidee zum Thema „das Fremde in meiner Umgebung“ beschäftigte ich mich zunächst mit der Begriffsbedeutung. Das „Fremde“ ist ein wirklich schwieriges Feld. Ist fremd mit unbekannt gleichzusetzen? Ist das Fremde negativ belastet oder Interesse weckend? Soll und kann das Fremde für mich sichtbar werden? Ist es möglich, dass es zu dem Bekannten wird? Kann ich es mir zu Eigen machen – es in meine Welt und Identität aufnehmen? Das alles sind Fragen, die sich nicht so einfach beantworten lassen. Für mich aber steht fest, dass ich diese fotografische Auseinandersetzung nutzen möchte, um das große Universum des Unbekannten in meiner Umgebung ein kleines bisschen zu reduzieren. Ich möchte also das mir jetzt noch Unbekannte zu eigen machen, es durchdringen, verstehen und es zu dem mir Vertrauten machen.

Meine Familie lebte seit mehr als hundert Jahren in dem Haus, in dem ich aufgewachsen bin. Sie hat dieses Haus gebaut, den Garten angelegt und somit meine Umgebung erschaffen und gestaltet. Meine Kindheit, mein Leben und meine Identität wurden so geprägt. Nicht nur das alte Gemäuer und der Baumbestand zeugen von dem Wirken und Leben meiner Ahnen. Ihre Möbel, der Hausrat und selbst die Betten stellen auch heute noch den größten Teil meiner Umgebung dar. In der Diele finden sich Werkzeuge des früheren bäuerlichen Lebens, sowie Pferdegeschirr, Melkmaschine, Kutsche und alte Fahrräder. Auf dem Heuboden finden sich immer noch Reste von Heu- und Getreideernten. Im Keller stehen alte z. T. noch volle Einweckgläser, Küchenrat und Butterfässer. Aber auch die Schränke und Truhen lassen tiefe Blicke in die Geschichte meiner Vorfahren zu. So finden sich hier Briefe, Fotos, Wertpapiere aber auch banale Dinge wie Einkaufszettel wieder. In einigen Schränken sind noch alte Kleider und Handarbeiten zu finden. Diese haben ihren ganz eigenen Geruch. Für mich ist er vertraut, aber zugleich ganz fremd. Er ist der meiner Urgroßeltern und nicht mein eigener. So habe ich viele Jahre in dieser Umgebung gelebt. Einige Geräte wie Mistforken, Geschirr und Möbel habe ich täglich genutzt und mir zu eigen gemacht. An anderen bin ich nur vorbeigelaufen oder habe sie hin und wieder mal aus Interesse angeschaut, wie zum Beispiel Schriftstücke, Bilder und Kleidung. All dies hat mein Leben und meine Persönlichkeit geprägt und geformt und ist doch irgendwie unbekannt und weit weg von unserer Gesellschaft.

Nun möchte ich durch eine fotografische Auseinandersetzung all dem ein bisschen näher kommen. Ich möchte also dieses unbekannte Leben meiner Vorfahren, welches meine unmittelbare Umgebung und damit auch Leben prägte, beleuchten. Hierzu würde ich gerne, anhand von den eben genannten Fundstücken, einen Blick in das Leben dieser Menschen und somit ihrer Geschichte wagen. Die Idee ist es also historische Porträts meiner Familie (Mutter, Schwester, Mir) in der Kleidung, Umgebung und Tätigkeit meiner Ahnen zu machen. Hierzu sollen alte Bilder und Briefe als Vorlage dienen. Gerne würde ich diese bei der abschließenden Präsentation mit einbeziehen. Ich möchte also, dass die Fotos von mir, meiner Familie, unserer Geschichte und Kultur handeln. Sie sollen den Alltag, die Wünsche und Hoffnungen, das Leid und die Angst thematisieren. Die Hintergründe meiner Sozialisierung sollen sie beleuchten und Erinnerungen erwecken.

Die technische Umsetzung soll durch eine „Camera Opscura“ erfolgen, da sie dem technischen Mittel der damaligen Zeit am Nächsten kommt. Bei meiner Recherche stellte ich fest, dass die Bilder nicht von einem normalen Fotolabor entwickelt werden können. Schließlich entwickeln diese nur Filme. Da ich aber keine Möglichkeit sah die Fotos selbst zu entwickeln, musste ich mir etwas anderes überlegen. Ich baute also meine digitale Spiegelreflexkamera zu einer „Camera Obscura“ um. Hierzu entfernte ich das Objektiv und befestigte stattdessen eine Pappe mit einem kleinen Loch an die Kamera. So war es mir außerdem möglich die Ergebnisse sofort anzusehen.

Nun begann ich meine Familie zu porträtieren. Ich nahm mir alte Bilder meiner Vorfahren zum Vorbild. Ließ die Porträtierten die Körperhaltung und Gestik einnehmen. Sie sind gekleidet in den alten Kleidern, Mänteln und Kitteln. Sie führen Gegenstände wie ein altes Buch, eine Forke oder einen Gehstock mit sich. Auch ist der Bildaufbau und Inhalt der Bilder, sehr stark an ihre historischen Vorbilder angelehnt. So habe ich das Bild mit dem Mädchen komplett nachgestellt. Die Handhaltung meiner Mutter stimmt im Bild mit der meiner Urgroßoma überein. Auch das Geschirr des Pferdes ist eines meiner Familie.

Für den Hintergrund wählte ich den alten Garten, das Haus und die historischen Möbel, sowie den alten Porsche Traktor.

Bei der Aufnahme der Fotos kam es zu sehr interessanten Verfälschungen der Wirklichkeit. So führte das helle Tageslicht zu einer „Dunstwolke“ auf den Bildern. Die Dunkelheit des Hauses und der Diele hingegen setzten eine wirklich lange Belichtung voraus. So bekamen die Bilder eine ganz eigene Lichtatmosphäre. Die hellen Punkte der Fotos reflektieren sehr stark und schaffen damit so etwas wie eine Aura. Die Bilder sind nicht scharf und zeigen oft Bewegung. Der Pferdekopf und meine Hand sind verwischt. Da sich das Pferd nicht davon überzeugen ließ für längere Zeit stillzuhalten. Auch ist auf manchen Aufnahmen Dreck zu erkennen. Durch all diese kleinen Dinge gewinnen die Bilder an Authentizität. Sie wirken wie aus einer anderen Zeit. Um diesen Effekt zu verstärken habe ich die Bilder mit „Kaffeeprüt“ (Kaffeesatz) bearbeitet.

Die Fotos werden mit Originalen aus verschiedenen Epochen der Vergangenheit präsentiert. Diese sind sehr klein. Sie sollen den Bertachter heran treten lassen. Es soll sich aktiv auf die Bilder einlassen und sich sein eigenes Bild machen. Vielleicht kennt er ähnliche Aufnahmen aus seiner Familie. Vielleicht weckt es in ihm Erinnerungen. Die Blicke der Protagonisten sind auf ihn gerichtet. Somit laden diese den Betrachter ein und öffnen sich ihm gegenüber. Zugleich schauen die Porträtierten ins Innere des Betrachters. Er muss sich dem was er sieht gegenüber positionieren. Will er sich auf die fremde Welt einlassen oder nicht. Hält er Inne und lässt sich von dem Sog der Geschichte mitreißen oder geht er vorüber? Die Fotos laden in die privat persönlich bäuerliche Welt meiner Vorfahren und deren Alltag ein. Lassen kurze Blicke in die öffentliche und private Geschichte meiner Familie zu. Der Betrachter kann mich und meine Familie auf unserer kleinen Reise durch die Zeit begleiten. Die Möglichkeit Zeitzeuge zu werden wird ihm eröffnet. Er erhält ganz persönliche Einblicke. Trotzdem kann er das was er sieht nicht Volkommen durchdringen. Vieles bleibt ihm ein Rätsel, ein Geheimnis.

Die Bilder werden in einem alten Rahmen gezeigt. Den Hintergrund bilden Schriftstücke meiner Vorfahren. Hierbei handelt es sich um Ausweise, Feldpost aus dem ersten und zweiten Weltkrieg, einer Familienbibel, der Höfe-Rolle und einem Gesellenbrief. Sie zeigen einen Querschnitt durch die Familiengeschichte mit ihren Höhen und Tiefen.

Durch diese Auseinandersetzung habe ich tiefe und interessante Einblicke in meine Familiengeschichte und somit in den generellen Lebensalltag vergangener Zeiten bekommen. Mir wurde es möglich das vorher zwar vertraute, aber dennoch Unbekannte zu durchdringen. Nun ist mein Umfeld noch mehr zu dem Meinen geworden. Zugleich zog diese intensive Auseinandersetzung immer mehr aufkommende Fragen mit sich. Diese Fragen konnten zum Teil von meiner Mutter, meinen Großeltern und dem Großonkel geklärt werden. Viele aber, sind noch ungeklärt. So steht am Ende dieser Arbeit ein großes Rätsel, dessen Lösung ich vielleicht irgendwann begreifen werde.

Die Anmut der weiblichen Kraft

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„Die Anmut der weiblichen Kraft“

Die Kraft des weiblichen Torsos soll im Vordergrund dieser Arbeiten stehen. Bewegung, Anspannung und die Dynamik der Muskeln lassen das Gefühl von Anmut, Schönheit und Ästhetik entstehen. Ebenfalls entfachen sie bei dem Betrachter Bewunderung über die Kraft des Torsos. Es spiegelt sich die Faszination über den so detailreich, aufwändig, in organischen Formen gebildeten Körper wieder.
Die einzelnen Körper- und Muskelpartien werden beleuchtet – in den Fokus genommen. Sie sind als abstrakte, für den Betrachter meist undefinierbare Formen abgebildet. Der Betrachter ist irritiert, versucht die Formen zu erkennen, einzuordnen. Er beginnt seine Betrachtung zu intensivieren, schaut genauer hin, beginnt nachzudenken. Seine Aufmerksamkeit wird auf die so oft übersehenen Dinge, wie die Schulterblätter und die Halsmuskeln (oftmals nur auf Grund von Schmuck wahrgenommen), gelenkt. Der Betrachter verändert seinen Blick, seine Wahrnehmung. Er lenkt sein Bewusstsein auf das, was er sonst nur unbewusst wahrnimmt. Er wird sich dieser so selbstverständlichen Kraft, Anmut und Harmonie des menschlichen Körpers bewusst. Dies geschieht allein durch die spielerische Inszenierung des Lichtes.

Der schwarze, leere Raum, der die Muskelpatien umgibt, schenkt dem Beleuchteten seinen Wirkungsraum und lässt den Betrachter suchen, aber nicht finden. Allein vor dem inneren Auge ist eine Vollendung möglich. Er lässt aber auch Assoziationen zu, die sich auf andere kraftvolle und dynamische organische Formen beziehen.
Die Art und Farbe der Beleuchtung erschafft eine Stimmung. Sie vermittelt Ruhe und Harmonie, wenngleich sie zum Nachdenken und somit zum verweilen anregt. Sie lässt den Betrachter seine Wahrnehmung öffnen und die Schönheit und Kraft bewundern. Auch ist es dem Betrachter möglich, sich mit der abgebildeten Person zu identifizieren. Er hat das Gefühl von Vertrautheit und empfindet, als würde sich das Modell ihm gegenüber vollkommen öffnen und mitteilen. Es scheint als könnte er das Wesen der Abgebildeten erschließen. Gleichzeitig bleibt die Person jedoch unerkannt, anonym und verschlossen. Es könnte sich um jede beliebige Person gleichen Geschlechtes, Alters und Statur handeln. Dies führt zu der leichten Identifizierung des Betrachters mit der abgebildeten Person.

Ich hoffe das meine Faszination über die organischen Formen des Körpers, die Anmut der Muskel und Ausstrahlung der Kraft, durch das Betrachten der Fotos, geweckt wird. Vor allem aber würde ich mir wünschen, dass die Anmut und Ausstrahlung in der weiblichen Kraft, sowie die Weiblichkeit in Anspannung, Dynamik und Bewegung, zuerkennen ist.